Real World Evidence: Mehrwert für das Pharma-Marketing

Klinische Studien zeigen, wie wirksam und sicher ein Medikament unter kontrollierten Bedingungen ist. Real-World-Daten ergänzen dieses Bild um Erkenntnisse aus dem Versorgungsalltag – und können damit wichtige Inputs für das Pharma-Marketing liefern.


Was ist das Besondere an RWE-Daten?

Im Verlauf der Krankengeschichte fallen bei jeder Patientin und jedem Patienten Daten an: Diagnosen, Laborwerte, Bilder, Befunde, Arztbriefe und vieles mehr. Sie stammen aus der Versorgungspraxis, dem echten Leben – Real World Data (RWD) – und sind gerade deshalb von besonderem Interesse.  Sie liefern sog. Real World Evidence (RWE).

Wo schafft RWE konkreten Mehrwert für das Marketing?

Marketingmanagerinnen und Manager im Healthcare- und Pharmabereich profitieren vor allem in 3 Bereichen von RWE:

1. Differenzierung nach dem Produktlaunch

Randomisierte, kontrollierte Studien (RCT), wie sie für die Zulassung von Medikamenten durchgeführt werden, untersuchen Wirksamkeit und Sicherheit unter kontrollierten Bedingungen. 

Daten aus dem echten Leben (RWD) zeigen, wie ein Produkt im Versorgungsalltag tatsächlich eingesetzt wird – auch hinsichtlich Therapieadhärenz und -persistenz, Therapiepfaden, Hospitalisierungen oder relevanten Subgruppen.

Gerade bei Substanzklassen mit vergleichbaren Studiendaten können solche Erkenntnisse aus der Versorgungspraxis entscheidende Differenzierungsmerkmale sichtbar machen.  

Beispiel: Zwei Präparate derselben Substanzklasse zeigen in den Zulassungsstudien vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheitsprofile.

Auswertungen von verfügbaren Real World Daten zeigen, dass Patientinnen und Patienten eines der Präparate in der Praxis länger einnehmen als das Vergleichspräparat – z.B. weil es seltener dosiert werden muss oder besser verträglich ist. Diese Erkenntnisse decken einen Unterschied auf, der aus den Studienendpunkten der Zulassungsstudien nicht hervorging und der sich gezielt in der Kommunikation gegenüber Fachkreisen einsetzen lässt. 

2. Patient Journey und Segmentierung

Real World Daten liefern auch bereits vor der Zulassung eines Medikaments wichtige Erkenntnisse:  Welche Patientinnen und Patienten werden von wem diagnostiziert? Wo beginnen oder enden welche Therapiepfade? Wo wird auf andere Therapien gewechselt? 

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen beeinflussen die Marketingstrategie unmittelbar.

Beispiel: Aus verfügbaren Abrechnungs- und Verordnungsdaten zu einem Medikament lässt sich nachvollziehen, wie viel Zeit von den ersten Symptomen bis zur Diagnose einer Erkrankung vergeht, welche Facharztgruppen wo involviert sind und an welchen Übergängen – bspw. zwischen Hausarzt und Spezialist – Patientinnen und Patienten «verloren» gehen. Daraus lassen sich konkrete Ansatzpunkte ableiten, an denen gezielte Kommunikation oder Aufklärung viel bewirken kann.

3. Lifecycle Management

Real World Evidence unterstützt nicht nur Marketing und Kommunikation zu einem Medikament; sie kann auch helfen, es strategisch weiterzuentwickeln. 

Daten zu weiteren Patientengruppen, bei denen ein Produkt wirksam und sicher eingesetzt werden könnte, oder zu zusätzlichen Erkrankungen, für die es infrage kommt, können die Basis für neue Studien bilden.  So können Real World Daten z.B. eine mögliche Zulassungserweiterung unterstützen.

Beispiel: RWD zeigt, dass ein Medikament bei einer bislang nicht berücksichtigten Patientengruppe regelmässig off-label mit guten Ergebnissen eingesetzt wird. Das liefert wertvolle Hinweise für die Planung weiterer Studien – und damit für eine mögliche Indikationserweiterung.

Woher stammen die Daten? 

Real World Daten stammen aus unterschiedlichen Quellen wie Studien, Registerkooperationen, Datenanbietern oder Pharmakovigilanzsystemen. Da es sich häufig um sensible Gesundheitsdaten handelt, gelten für die Nutzung klare rechtliche und ethische Rahmenbedingungen wie die Einhaltung von Datenschutzgesetzen, Anonymisierungspflichten und, wo nötig, die Zustimmung einer Ethikkommission.

Was sind die Limitationen von RWE?

Real World Evidence ist nur so aussagekräftig wie die zugrunde liegenden Daten und die verwendete Methodik. Da Real World Daten im Versorgungsalltag und häufig nicht primär zu Forschungszwecken erhoben werden, können sie unvollständig, uneinheitlich oder verzerrt sein. Auch Langzeit-Follow-up-Daten sind nicht immer vollständig verfügbar.

Entscheidend ist deshalb die richtige Einordnung: Methodik, Unsicherheiten und Limitationen müssen transparent dargestellt werden. 

Genau hier setzt DocWorld an.

Wir unterstützen Pharma- und Healthcare-Unternehmen dabei, RWE-Ergebnisse wissenschaftlich einzuordnen, die relevanten Kernaussagen herauszuarbeiten und bereiten Methodik und Limitationen so auf, dass die Aussagekraft der Daten verständlich und transparent vermittelt wird. Komplexe Real-World-Ergebnisse setzen wir dabei in klare, wissenschaftlich fundierte und zielgruppengerechte Kommunikationsmassnahmen um. 


Sie möchten Real World Evidence verständlich und wirkungsvoll vermitteln? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf – wir unterstützen Sie gerne

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Walter Kaiser, Dr. med., MA HSG

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