Wie werden virtuelle Ärzte-Kongresse auch für die Pharmaindustrie zu einer erfolgreichen Alternative?

Dass virtuelle Kongresse – sofern sie professionell organisiert und durchgeführt werden – von einem Grossteil der teilnehmenden Ärzte als valable Alternative zu Präsenzveranstaltungen betrachtet werden, durften wir alle in den letzten Monaten erfahren. Doch wie erachten die Sponsoren – die Pharmaindustrie – den Nutzen ihres Beitrags an virtuellen Kongressen und wie können sie ihren Impact verbessern?

Machen wir uns nichts vor: Die drei wichtigsten Motivatoren für das Sponsoring eines Kongresses sind der Kontakt und Austausch mit Ärzten sowie die Präsentation neuer Forschungsergebnisse und/oder Produkte. Alle drei Dinge wären bei virtuellen Kongressen genauso möglich wie bei Präsenzveranstaltungen – und doch sind Pharmaunternehmen teilweise zurückhaltend, bei virtuellen Kongressen mitzuwirken. Gemäss dem Feedback, das wir erhalten, erscheint ihnen der Nutzen weniger hoch als bei Präsenzveranstaltungen, da die Möglichkeiten «eingeschränkt» seien. Doch wie kann man diese «Einschränkungen» für sich nutzen? Hier einige Tipps:

1. Setzen Sie auf eigene (Breakout-)Sessions – live oder «simulive»

Um eine virtuelle Konferenz möglichst abwechslungsreich zu gestalten, setzen viele Veranstalter auf eine Mischung aus Livestreams und vorab aufgezeichnete Videos, damit die Teilnehmer sich frei entscheiden können, welche Inhalte sie wann wollen. Machen Sie sich diese «Sendevielfalt» zunutze und buchen Sie einen entsprechenden Slot. Wenn Sie können, führen Sie eine live Break-out Session durch. Sollte dies nicht möglich sein, so nutzen Sie die Möglichkeit von «simulive»! Sie können vorab aufgezeichnete Videos nur zu gewissen Zeiten im Programmverlauf verfügbar machen und «simulive» ausspielen, in dem Sie beispielsweise als Unternehmen ein kurzes Live-Intro zum Video machen und parallel zur Ausspielung einen Teilnehmer-Chat moderieren oder Live-Polls einstreuen, um mit den Teilnehmenden zu interagieren und Feedback beispielsweise zu Studienergebnissen zu erhalten.

2. Nutzen Sie die virtuelle Ausstellung, um sich mit Expertenchats und eigenen Expertenvideos abzuheben

Sollten Sie ein vorab aufgezeichnetes Video im Veranstaltungsprogramm unterstützt haben, so können Sie in der virtuellen Ausstellung mit weiteren Experten einen Q&A Gruppenchat anschliessen. Ganz grundsätzlich – auch ohne Präsenz im Kongress-Programm – sollten Sie die Möglichkeit nutzen, zu vorab kommunizierten Zeiten Expertenchats an Ihrem Stand abzuhalten und eigens produzierte Expertenvideos zur Verfügung zu stellen. Denken Sie dabei auch an «Regionalität» und bieten Sie den Expertenchat mit Protagonisten aus unterschiedlichen Regionen an. Häufig ist es für Teilnehmer spannender, sich mit jenen Experten auszutauschen, mit denen sie auch im Alltag eher zusammenarbeiten.

3. Auch in der virtuellen Ausstellung muss die Stand-Gestaltung stimmen

Die meisten Plattformen für virtuelle Ausstellungen bieten sehr grossen Gestaltungsspielraum. Nutzen Sie diesen aktiv und basieren Ihren Standauftritt nicht auf der bestehenden «Maske», dem Grundtemplate der Software. Warum vertonen Sie beispielsweise Ihren Auftritt nicht mit einem Unternehmens-Jingle? Oder spielen beim «Eintritt» in Ihren virtuellen Stand direkt eine 5- bis 10-sekündige Videobotschaft ab? Platzieren Sie neben den oben genannten Chats weitere interaktive, für die Teilnehmer relevante Elemente in der virtuellen Ausstellung. Dazu gehören z.B. QR-Codes oder Links zu Gratis-Downloads relevanter Apps, Fortbildungsvideos oder auch Erklärvideos für Patientinnen und Patienten. Auch die finalen Ergebnisse von Kurzumfragen anlässlich Ihrer Breakout-Sessions lassen sich «am Stand» platzieren. Wir haben noch viele weitere Ideen – melden Sie sich einfach.


Waren Sie in den letzten 6 Monaten als Aussteller mit Ihrem Auftritt an virtuellen Kongressen zufrieden?

Walter Kaiser
  • 20 Jahre Erfahrung im Pharmaagentur-Business
  • > 10 Jahre Erfahrung in verschiedenen Positionen in der Pharmaindustrie
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Dr. med., lic. oec. HSG
Tania Weng-Bornholt
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Tania Weng-Bornholt

Senior Consultant, Teamleiterin
Dr. rer. pol.

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